Der in Krefeld geborene Bariton Günter Papendell begann seine musikalische Laufbahn bei den Augsburger Domsingknaben und auf dem Gymnasium bei St. Stephan. Er nahm seinen ersten professionellen Gesangsunterricht bei Tobias Meisberger, der ihn bis heute betreut. Sein Studium an den Musikhochschulen Köln und München schloss er 2005 als Meisterklassenstudent von Daphne Evangelatos und Helmut Deutsch ab. Maßgeblich beeinflusst wurde er als Teilnehmer des Ravinia Music Festivals auch von Rudolf Piernay. Seit 2012 arbeitet er zudem regelmäßig mit Peter Berne zusammen.

 

Er ist Preisträger verschiedener Wettbewerbe wie des ARD-Musikwettbewerbs, des Belvedere-Gesangswettbewerbs, der Neuen Stimmen und Kunstförderpreisträger seiner Heimatstadt Augsburg.

 

Im Konzert- und Operfach ist Papendell zu Gast bei rennomierten Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, den Orchestern des Bayerischen und des Westdeutschen Rundfunks, beim Musical Olympus International Festival mit dem Philharmonischen Orchester St. Petersburg, den Duisburger  Philharmonikern, den Bochumer Symphoniker sowie den Staatskapellen aus Weimar und Dresden. Zudem musizierte er immer wieder mit verschiedenen Barockformationen, u.a. „La Banda“ und der neuen Hofkapelle München.

 

Unter den vielen bekannten Dirigenten und Pianisten, mit denen Günter Papendell immer wieder zusammenarbeitet finden sich so namhafte Künstler wie Vladimir Jurowski, Peter Rundel, Sir Simon Rattle, Stefan Soltesz, Konrad Junghändel, Christian Curnyn, Erik Nielsen, Constantin Trinks, Marcello Viotti, Helmut Deutsch und Stefan Vladar.

 

Als Liedinterpret absolvierte er Auftritte im Münchner Prinzregententheater und bei Festivals wie dem Schwäbischen Frühling, beim Mondseefestival, beim Sagra Musicale Umbra in Perugia, beim Schumannfestival (Łódzkie Schumanniana 2010) in Łód und in Lausanne (Mont Musical). Mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Stephanie Gossger, erarbeitete er mehrere Lied-Rezitations-Programme, die u.a. bei den Duisburger Philharmonikern im Theater am Marientor zur Aufführung kamen. 2019 gab er beim Puplinge Classique Festival mit seinem ständigen Liedbegleiter Christian Chamorel sein Debut mit Schuberts Winterreise.

 

Von 2004 war er im Festengagement am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und wechselte zur Saison 2007/08 an die Komische Oper Berlin, deren Ensemble er bis heute angehört.

 

Sein Repertoire umfaßt Rollen wie Figaro (Mozart und Rossini), Conte Almaviva (Le nozze di Figaro), Don Giovanni, Paolo (Simone Boccanegra), Zurga und Escamillo, Marcello, Malatesta, Kothner, Jeletzky, Förster (Das schlaue Füchslein), Giorgio Germont, Odysseus (Monteverdi), Marquis Posa, Pollux (Castor et Pollux), Mary (Die Soldaten), Jason (Reimann), Don Pizarro, Gianni Schicchi, Jewgeni Onegin, Golaud, Kowaljow (Die Nase) und Pentheus (The Bassarids).

 

Auf der Opernbühne wirkte er bisher u.a. in Produktionen unter der Regie von Christian Pöppelreiter, Immo Karaman, Calixto Bieto, Herbert Fritsch, Barrie Kosky, Kirill Serebrennikov, Benedict Andrews, und Nicolas Stemann mit.

 

Gastierverpflichtungen führten ihn u.a. an die Wiener Volksoper, die Deutsche Oper am Rhein, die Bayerische Staatsoper und das Gärtnerplatztheater in München, an die Nationaltheater Mannheim und Weimar, nach Dortmund, Bonn, Bremen, an die Staatstheater in Mainz und Nürnberg und wiederholt an das Aalto-Theater in Essen.

 

An der Semperoper Dresden gab er 2016 sein Hausdebut als Onegin, kehrte 2017 in dieser Rolle zurück und konnte dort 2018 sein Debut als Pélleas geben.

 

Im Sommer 2019 gastierte er mit dem Ensemble und dem Orchester der Komischen Oper Berlin in Barrie Koskys vielbeachteter Deutung von Tschaikowskys Eugen Onegin als Titelfigur neben der Tatjana von Asmik Grigorian auf dem International Edinburgh-Festival.

 

Er war im April 2019 an der Welturaufführung von Héctor Parras Les Bienveillantes (Die Wohlgesinnten) an der Vlaamse Opera Antwerpen/Gent in der Rolle des Thomas Hauser beteiligt. Diesen Part wird er bei der Deutschen Erstaufführung im Juni 2020 am Nürnberger Staatstheater wieder übernehmen.

 

An seinem Stammhaus ist er in dieser Saison als Pentheus in der hochgelobten Neuinszenierung von Henzes The Bassarids (Kosky/Jurowski), als Don Giovanni in der aufsehenerregenden Inszenierung von Herbert Fritsch und als Golaud in Pelléas et Mélisande zu erleben.